Die Europäische Union plant die Aufnahme von Milliarden Euro zur Finanzierung von Verteidigungsausgaben und findet dabei Unterstützung bei den Anlegern.
Investoren sind an EU-Schuldtiteln interessiert, und Brüssel könnte ihren Appetit erneut testen. Die Europäische Union plant, bis zu 150 Milliarden Euro auf den Märkten aufzunehmen, um Militärausgaben zu finanzieren. Laut der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, geht es darum, angesichts des Rückgangs der US-Sicherheitsgarantien neue Mittel zur Unterstützung der Verteidigungskapazitäten der Mitgliedstaaten zu beschaffen. Der Plan muss von den EU-Hauptstädten genehmigt werden, aber wenn er genehmigt wird, wird die Kommission die Mittel durch Anleiheauktionen beschaffen und sie den Ländern für Verteidigungszwecke zur Verfügung stellen. Diese Länder würden das Geld dann an die Kommission zurückzahlen.
Ansätze zur Finanzierung durch gemeinsame Anleihen
Ein großer Vorteil für die Kreditgeber ist die Kreditwürdigkeit der EU, die zu den höchsten der Welt gehört. Die Pandemie hat jedoch bereits die Art und Weise verändert, in der die EU Kredite aufnimmt, da die Gemeinschaft in der Lage war, 330 Mrd. EUR für die wirtschaftliche Erholung aufzubringen, u. a. durch das SURE-Programm. Die neue Phase der Kreditaufnahme könnte die EU zu einem regelmäßigen Teilnehmer am Anleihemarkt machen, ähnlich wie die nationalen Regierungen.”
Gemeinsame Antwort auf Herausforderungen
Von der Leyens Vorschlag steht im Einklang mit den Empfehlungen des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi, der gemeinsame Ressourcen zur Finanzierung gemeinsamer europäischer Herausforderungen forderte. Alvise Lennh-Junus von Scope Ratings unterstreicht die Bedeutung des Vertrauensschubs, den eine gemeinsame Kreditaufnahme mit sich bringt.
Die EU sieht sich jedoch mit Herausforderungen konfrontiert, z. B. mit der Tatsache, dass ihre Anleihen nicht in den großen Staatsschuldenindizes vertreten sind, was es schwierig macht, Kredite zu günstigen Bedingungen zu erhalten. Trotzdem ist der Markt nach wie vor widerstandsfähig gegenüber finanziellen Schocks, wie Stefan Hofrichter von Allianz Global Investors betont: “Das Geld fließt weiter und der Markt funktioniert weiter.” Es ist wichtig, dass das weitere Wachstum des EU-Schuldenmarktes nicht zu höheren Kreditkosten führt
Quelle